Szene Januar 2010 Vier Rosen Es gibt Neues zu entdecken im kulinarischen Brachland Wir können uns nicht entscheiden: Würden wir hier ein Restaurant eröffnen? Am Kopfende des Stellinger Wegs lässt sich mit nur wenig Laufkundschaft rechnen, zumal das kleine Restaurant von außen sehr unscheinbar ist. Andererseits freut man sich im dicht besiedelten Nord- Eimsbüttel über jede kulinarische Alternative. Die Gegend ist wirklich ein ziemliches Brachland, was gehobene Ansprüche betrifft. Nicht mehr. Mit dem „Vier Rosen“ hat sich Marcus Schröpfer vermutlich den Traum vom eigenen Herd verwirklicht, der Mann ist schon in der Welt herumgekommen. Hamburg („Vier Jahreszeiten“, „ Le Paquebot“, „Brücke“);  seine Auslandseinsätze beinhalten Paris, London, Little Rock. Die Bistro-Atmosphäre ist unaufdringlich hübsch. Und die Vorspeisen sensationell! Sowohl die Ziegenkäseterrine mit Paprikasugo und eingemachtem Kürbis an Kräutersalaten (8,50 Euro) wie auch die gebratenen Merguez auf Taboulet mit Minz-Creme-fraiche (8,50 Euro) zeugen optisch und geschmacklich von  der hohen, gar nicht so einfachen Kunst zu wissen, wie die einzelnen Elemente zueinander passen. Die liebevolle Zubereitung setzt sich beim Zanderfilet mit Löwenzahnrisotto  und Tomaten (16,50 Euro) und der Dithmarschner Barbarie-Ente mit Rotkohl, Kartoffelknödel und Quittensauce (17 Euro) fort. Also, um zur Eingangsfrage zurückzukommen. Wenn wir so kochen könnten- und mit dieser Leidenschaft zur Tat schritten – nun, dann würden wir hier ein Restaurant eröffnen!