Prinz Januar 2010 Savoir Vivre Fast zurückhaltend wirkt Marcus Schröpfers  Lokal  - seine frankophile Kochkunst ist preisverdächtig. Marcus Schröpfer ist kein Rosenfreund. Der Name seines Restaurants ist  eine Hommage an seine ehemalige Punkband. Anarchisch ist er nicht , denn er hat seine eigenen Gesetze. In seinem Restaurant dürfen Gäste auch einfach nur einen seiner mit Liebe und Sachverstand ausgesuchten Weine trinken. Ein Treffpunkt  soll sein Lokal sein, kein Gourmetrestaurant. Obwohl es das Zeug dazu hätte. Der Koch, der schon im „Vier Jahreszeiten, „Le Paquebot“, in der „Brücke“, in Paris und Texas gearbeitet hat, ist nämlich ein  Könner. Und Fleisch schmoren seine Leidenschaft. Wachtel, Lamm, Wildschwein oder Reh stehen auf der noch täglich wechselnden Karte,  gut gewürzt und deftigzart wir die Entenpaté, die es als Vorspeise bei ihm gibt. Ganz ohne Tand ist die Einrichtung, da kommen keine Berührungsängste mit der feinen Küche auf, bei den Preisen übrigens auch nicht. Der teuerste Rotwein kostet 35 Euro und ist ein  Gedicht aus Moulis-en-Médoc. Aber auch der günstige Cotes du Rhone ist ein angenehm wuchtiger Begleiter. Der Käse kommt ohne Chichi wie Feigensenf auf die blanken dunklen Holztische, und das stört kein bisschen, im Gegenteil, so einen Geschmack muss man nicht  verstecken. Läge das „Vier Rosen“ nicht so dezent in zweiter Reihe parallel zur Osterstraße, es wäre sicher schwierig, einen Platz zu bekommen. Sehr zu Recht  übrigens.