Morgenpost 16.12.2009 Wie Gott in Frankreich Im „Vier Rosen“ in Eimsbüttel gibt es sinnliche Küche und flinken Service. Edel und im Verhältnis günstig. Eine Kombination, die in der Gastronomie selten anzutreffen ist. Im ehemaligen „La Tica“ hat sich jetzt klein und fein das Restaurant ausgebreitet – mit einem Koch, der sein Können unter Beweis stellt und u.a. in Paris, Portugal, USA und im Hotel Vier Jahreszeiten wirkte. Die Liebe zum Detail der vorwiegend französischen Küche ist jedem Gericht anzumerken. Das nur 30 Plätze große Restaurant hat Bistro-Charakter, die Gäste eng beieinander. Aber das stört kaum. Die Bedienung ist flink, nett, präsent. Wir fühlen uns schnell wohl und starten mit dem gratinierten Ziegenkäse mit eingemachten Kürbis und Salat (8,50 Euro) – eine gelungene Kreation, die schnell zu einer Lieblingsspeise werden kann. Die gebratene Merguez (Lammwürstchen) auf Couscous mit Minze-Crème-fraiche (7,50 Euro) ist scharf und gewöhnungsbedürftig. Aber qualitativ hochwertig. Die Weinkarte ist klein und fein. Ausgewählte französische Weine in einem Preissegment zwischen 15 und 50 Euro die Flasche. Wir nehmen einen Weißburgunder (20 Euro die Flasche) und sind zufrieden. Die Hauptgerichte überzeugen auf ganzer Linie. Ein Gedicht : die gefüllte Kalbsbrust mit Wirsing und Ziegenkäse-Kartoffelpüree (15,50 Euro). Und auch die Barbarie-Ente aus dem Ofen mit Rotkohl, Kartoffelknödel und Maronen (17 Euro) lässt nicht zu wünschen übrig. Die Knödel, das sei allen Müttern Deutschlands gesagt, sind die besten, die jemals auf unseren Tellern landeten. Einzig die Nachspeise, ein Apfel-Maronen-Strudel mit weißen Schokoladen-Mohnparfait (5,50 Euro), überzeugt nicht. Zu trocken, zu langweilig. Aber versprochen: Wir kommen wieder! RENATE PRINZKE Unser Urteil (max. 5 Punkte) Zubereitung 4, Service 4, Weinkarte 3, Ambiente/Atmosphäre 3, Preis/Leistung 4,Gesamtwertung 4