Hamburger Abendblatt Magazin 12./13.02.2011 Punk, Paris & Poesie Im “Vier Rosen” in Eimsbüttel kommen Liebhaber französischer Küche auf ihren Geschmack. Bon Appétit. Voilà, ein Abend in Paris. Einen samtigen Bordeaux im Glas, Chansons im Ohr und hausgemachte Spezialitaeten der französischen Cuisine auf der Zunge. Oui man fühlt sich wie in einem Bistro an der Seine, sitzt aber nicht in Montmartre, sondern mitten in Eimsbüttel. “Vier Rosen” - nach seiner früheren Punkband Four Roses -  hat der kochende Chef Marcus Schröpfer sein kleines Restaurant (30 Plätze) genannt, das er vor gut einem Jahr am Stellinger Weg eröffnete. Früher mag es hier manchem Gast spanisch vorgekommen sein, “La Tica” hieß der Vorgänger-Laden. Das Ambiente ist puristisch, weiße Wände, Tische und Stühle aus dunkelbraunem Holz. Umso besser wirken die Bilder und Plakate, mit denen der 47 jährige Schröpfer, der übrigens auch schon im Pariser Spitzenrestaurant “LeDivellec” gekocht hat, das Flair der französischen Hauptstadt nach Hamburg holt. Zum Glück erinnern zumindest die Preise nicht an Paris, es gibt auch Gerichte für weniger als zehn Euro. “Wir möchten ein gemütlicher Ort sein”, erklärt  der Chefkoch und Inhaber sein Konzept. “Das Restaurant soll ein Wohlfühl-Lokal sein, in dem man sich abends auf ein Glas Wein und ein kleines Gericht trifft”. Letzteres könnten zum Beispiel die Jakobsmuscheln auf bretonische Art (9,50 Euro) sein. Mächtig schmackhaft und nett angerichtet sind die in der Schale gratinierten Muscheln. Ein absoluter Genießer Tipp: die hausgemachten Wildschweinwürstchen auf Sauerkraut und Kartoffelpüree (12,50 Euro). So lecker, dass sie schnell ausverkauft sind. Doch Marcus Schröpfer weiß, wo er das qualitativ hochwertige Fleisch für den Nachschub herbekommt - von nebenan. “’Roderian’ ist eine Top-Adresse für Wildspezialitäten. Der Inhaber ist Franzose - so ergibt sich hier am Stellinger Weg eine wunderbare Symbiose” sagt Marcus Schröpfer, der einst die Kelly-Family auf dren Tourneen kulinarisch versorgte. Auf Frische setzt der Koch, auf regionale Produkte und natürlich auf “traditionelle französische Küche”, wie das Schild am Eingang verrät. Die Auswahl an Gerichten ist klein (aber fein!), doch dafür wechselt die Karte teils mehrfach wöchentlich. “Wir möchten unseren Gästen eine größtmögliche Abwechselung servieren” sagt Schröpfer. Das Lachsfilet im Fenchel-Tomatensud (18 Euro), serviert mit Röstkartoffeln schmeckt frisch unnd gut. Fleischliebhaber könnten die schweren Kalbsbäckchen mit Wirsing und Kartoffelgratin ordern (ebenfalls 18 Euro). Auf der Weinkarte stehen - naturellement! - vor allem französische Weine. Der Preis liegt pro Flasche zwischen 15 und 50 Euro. Beim Dessert fällt die Wahl überhaupt nicht schwer. Denn außer Rohmilchkäse ist nur ein Nachtisch im Angebot. Der schmeckt allen, die es sehr, sehr süß mögen: Crêpe mit Orangenkrokantparfait (6,50 Euro). Dass in Eimsbüttel das Klein-Paris von der Elbe liegt, hat sich offenbar schnell herumgesprochen - die 30 Plätze sind fast jeden Abend zügig belegt. Deshalb: Reservierung wird empfohlen!